Gott geweiht und für Menschen da - das Jahr der Orden 2015

Filialkirche St. Ägidius in Katzberg

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Bildergalerie - Renovierung 2010/2011

Inmitten des kleinen ländlichen Friedhofs erhebt sich die in ihrer Grundform romanische Dorfkirche. Die Bauweise dieser Kirche lässt erkennen, dass ihr Ursprung in die Zeit des romanischen Baustils zurück reicht. Das Mauerwerk besteht im unteren Bereich des Kirchleins aus unregelmäßigen Quadern, im oberen aus Bruchsteinen. 
Das Kirchlein bietet ca. 80 Personen Platz und ist der Mittelpunkt der kleinen Ortschaft. Katzberg gehört zur Pfarrei St. Josef wird von den Geistlichen der Pfarrei versorgt.
Die Filialkirchenstiftung Katzberg hat eine eigene Kirchenverwaltung, die den Unterhalt der Kirche und des Friedhofs sorgt.

Eine kurze Geschichte der Kirche

Die Kirche gehörte ursprünglich zur Schlossanlage der ehemaligen Hofmark Katzberg. Schon im Jahre 1175 wurde Katzberg urkundlich als militärische Anlage, Edel- und Herrensitz erwähnt.

Der Turm der Kirche diente als Bergfried, das heißt als Wach- und Beobachtungsturm. Zur besseren Verteidigung befand sich der schmale Einstieg, den immer nur ein Einzelner passieren konnte, in einer Höhe von etwa 6 Metern. An diesen Turm ist das romanische Kirchlein angebaut. Kirchenempore und Schloss waren durch einen hölzernen Übergang verbunden.

Im Jahre 1569 wurde die Schlossanlage grundlegend erneuert und erweitert. Wie Katzberg damals aussah, zeigt uns der Stich des bayerischen Hofkupferstechers Michael Wening aus dem Jahre 1723 – die älteste bildliche Darstellung des Ortes. Man erkennt das pyramidenförmige Dach des Kirchturms, den hölzernen Übergang vom Schloss und einen Ziehbrunnen im Schlosshof. Im Jahre 1817 fertigte Joseph Rudolf Schuegraf eine Federzeichnung, die uns das Schloss und die Kirche Katzberg von der anderen Seite zeigt. Danach war die Anlage talwärts, nach Katzbach zu, mit einer gewaltigen Ringmauer befestigt, bergwärts sollte der Wehrturm vor Angriffen schützen.

Am 20. Mai 1874 abends um 6 Uhr brach in Katzberg ein verheerender Brand aus, dem in kurzer Zeit neun Häuser, das Schloss und die Lehrerwohnung zum Opfer fielen. Durch den hölzernen Übergang geriet auch der Dachstuhl der Kirche und der Turm in Brand. Die Glocken stürzten in den Kirchenraum und zertrümmerten den Altar.

Bei der Wiederherstellung der Kirche erhielt der Kirchturm das Spitzdach, wie wir es heute kennen. Der Hochaltar mit den Holzfiguren von St. Sebastian und St. Rochus - sie gelten als die Pestheiligen wie auch der hl. Ägidius - ist seither klassizistisch; aus der Barockzeit (um 1720) stammen die Kanzel mit den vier Evangelisten – mit modernen Veränderungen – und das Ölbild des heiligen Georg über dem Hochaltar. Bei der Kirchenrestaurierung 1983 stieß man auf Stilelemente der Romanik, der Gotik und Renaissance. Ebenfalls wurden zwei gotische Sakramentshäuschen freigelegt und Reste von Wandmalereien aus verschiedenen Jahrhunderten.

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